Mein erster Triathlon

Wie bereite ich mich auf meinen 1. Triathlonwettkampf vor? Diese Frage ist Feli genauso wie dir wahrscheinlich vor ihrem ersten Triathlon gekommen. Vor welchen Fragen standest oder stehst du beim Triathlon?

Geh‘ es mit Spaß an

Das Wichtigste an der ganzen Sache ist: hab Spaß. Es bringt nichts, wenn du dich davon abschrecken lässt, wieviele Wochenstunden ein ambitionierter Triathlet abspult – das sind ganz schnell 15-20. Fange stattdessen ganz langsam und locker an. Gehe 1-2 Mal die Woche Schwimmen, 1-3 Mal die Woche laufen und setz dich 1-2 Mal aufs Rad. Oder auch weniger/mehr, so wie du Lust und Zeit hast. Trainiere nicht von 0 Wochenstunden Sport direkt auf 10 Wochenstunden hoch, sondern höre auf dich und deinen Körper. Such dir  Hilfe und spreche mit befreundeten Triathleten (oder mit welchen, die du noch nicht kennst). Mein Tipp wäre es, sich in einem Verein anzumelden. So vereinsamt man als Individualsportler nicht, ist viel motivierter beim Training dabei (alleine schwimmen im öffentlichen Schwimmbad zwischen rücksichtslosen Menschen versus Schwimmen im Verein auf abgesperrten Bahnen – ein himmelweiter Unterschied). Außerdem können dir die Trainer wertvolle Tipps geben und dich verbessern. Ich würde ohne Verein niemals so oft die Woche im Schwimmbad stehen, die Laufschuhe schnüren und im Sommer wäre ich wahrscheinlich nicht aufs Rennrad gestiegen ohne meine Trainingsgruppe.

Ernährung: Nichts Neues mehr ausprobieren. Ich probiere keine neuen Dinge a la low carb, paleo, vegan etc aus. Deswegen gibt es meine gewohnte Ernährung: Morgens meistens Oatmeal, Smoothie (+ kleine Schüssel Oatmeal), Pfannkuchen; mittags oft Gemüse + Kartoffeln / Reis , Omelette, Vollkornnudeln und abends entweder Salat und Vollkornbrot mit der Familie oder etwas Ähnliches wie mittags – bunt durchgemischt eben.

Packliste:
Ich würde es vermeiden, alles auf den letzten Drücker zu packen, weshalb ich alles frühzeitig unter der Woche, wenn am Wochenende der Wettkampf ansteht, zusammenräumen sollte. Meine All-time Favorite Packliste um nichts zu vergessen, ist diese hier bei GoGirlRun.

Wechseltraining: Wechseln ist quasi die 4. Disziplin im Triathlon und sollte gelernt sein. Auch hier gilt: Übung macht den Meister.

 Meine Wechseltipps

  1. Helm auf Lenker, Brille aufgeklappt rein.
  2. Startnummernband geöffnet auf Lenker
  3. Radschuhe auf Handtuch – aufgeschnürt
  4. Laufschuhe auf Handtuch – offen, Schnellschnürsystem.
  5. beim Schwimmen auf den letzten Bahnen einzelne Wechselschritte im Kopf durchgehen, um Hektik zu vermeiden
  6. Rad rechts schieben = links Wechselzone einrichten (und umgekehrt)
  7. Schuhe mit Babypuder präparieren, so kommt man schneller rein und verhindert Blasenbildung

Es muss nicht von allem das Beste sein

Triathleten sind Materialsportler – das ist das Erste, was einem an dieser „Spezies“ auffällt. Fast jeder trägt einen 500 Euro Klotz am Arm (eine sogenannte Triathlon Uhr mit GPS), alles wird genauestens dokumentiert, ein Wattmesser am Rad für 1000 Euro ist keine Seltenheit und das Wettkampfrad muss mindestens 2000 Euro kosten. Natürlich brauchst du ein Wettkampfrad, ein Trainingsrennrad und ein Crossrad für den Winter. Nein, das brauchst du nicht – zumindest nicht am Anfang. Für deinen ersten Triathlon kannst du dir natürlich ein Rennrad zulegen (gebraucht gibt es schon günstige ab 400 Euro und du fühlst dich schneller und bist es auch), du kannst einen Volkstriathlon aber auch mit genau dem Rad machen, das du schon hast. Für den Anfang braucht es auch keine 500 Euro teure Uhr, ich zähle im Schwimmtraining im Kopf automatisch die Meter mit, die ich schwimme und schaue auf die große Uhr mit Sekundenzeiger, die in jeder Trainingshalle hängt, um meine Abgangszeiten zu kennen. Beim Radfahren genügt mir ein klassischer, alter Tacho, weder messe ich Watt, noch sitze ich auf einem teuren Carbonrad, mein Rennrad habe ich gebraucht gekauft, einstellen lassen und das reicht vollkommen aus. Lieber fahre ich erstmal mehr Fahrrad und werde dadurch schneller, anstatt 3000 Euro zu investieren und es dann doch nicht zu nutzen. Zum Laufen habe ich derzeit noch meine 3 Jahre alte Laufuhr, es gibt aber auch super Apps, die kostenlos eure Laufstrecke messen (mit Pace, Distanz und Dauer) – ich nutze Strava, jedoch sind Nike und Runtastic auch gut. Ansonsten benötigt ihr:

  • Badeanzug
  • Schwimmbrille
  • Badekappe (vor allem für die Mädels mit langen Haaren)
  • Sportklamotten (ein Triathlonanzug ersetzt jedoch das nervige Umziehen nach dem Schwimmen, weil ihr einfach aus dem Wasser kommt und euch aufs Rad setzt)
  • Radschuhe (falls ihr mit Clickpedalen fahrt, ansonsten nehmt ihr einfach eure Laufschuhe und erspart euch das Wechseln)
  • einen Helm (hier würde ich nicht sparen, da man sich gerade mit einem Rennrad ganz schön böse hinlegen kann)
  • Sportbrille (zum Schutz beim Radfahren und auch beim Laufen)
  • Startnummernband
  • Laufschuhe
  • ggf. Radhandschuhe und Socken

Natürlich könnt ihr später immer noch mit Aufleger, Aerohelm, Zeitfahrrad und Triathlonanzug aufrüsten – für den Anfang ist das jedoch nicht notwendig.

Fahrt organisieren

Passt mein Rad in mein Auto? Kann ich eine Fahrgemeinschaft bilden? Wann sollte ich wo sein? Bis wann muss ich einchecken?

Wettkampfgegebenheiten auschecken

Lest euch die Ausschreibung unbedingt nochmal durch (am besten nicht erst am Tag vorm Wettkampf).  – Ist die Strecke flach oder bergig? (Zum Glück ist es am Sonntag flach, Berge und ich sind nämlich absolute Feinde). Schwimmen wir im Freiwasser oder im Schwimmbad? Wir starten zB alle mit Sprung vom Steg, weshalb viele von uns noch den Startsprung üben oder perfektionieren wollten. Ist Windschattenfreigabe? Ergo: Sind Zeiträder und normale Aufleger verboten?

Hole dir Inspiration

Beim Triathlon muss man (genau wie bei jedem anderen Sport) wissen, WARUM man sich das antut). Sucht euch ein (oder mehrere) Vorbilder oder Inspiration, folge inspirierenden Triathleten bei Instagram und scheue dich auch nicht, ihnen zu schreiben und ihnen Fragen zu stellen. Such dir einen Trainingspartner, der dich inspiriert, auch im Winter dein Training durchzuziehen – gerade wenn es dunkel wird, ist es eklig, draußen zu laufen und die Rolle kann ziemlich langweilig werden.

Such dir einen Wettkampf

Du musst wissen, warum du das machst. Kein Training macht Spaß, wenn du kein Ziel vor Augen hast. Ich würde dir einen kleinen Volkstriathlon (Sprintdistanz) zum Einstieg empfehlen: 500- 750m Schwimmen, 20km Rad, 5 km Laufen. Die Distanz schaffst du ohne Probleme ). Bei Volksdistanzen musst du dich nicht mit den Wannabe-Profitriathleten herumschlagen, die in der Liga leider häufig vertreten sind und dich nur verunsichern. Stattdessen hast du Menschen um dich rum, die (genau wie du) in den Sport reinschnuppern und nicht mit Zeitrad und Aerohelm über die Sprintdistanz an den Start gehen.

Beschäftige dich mit DEINEM Wettkampf

Lies dir die Wettkampfordnung durch (zB muss man immer mit Helm nach dem Rad in die Wechselzone einlaufen und darf den Helm erst öffnen, wenn man sein Rad weggestellt hat – sonst riskiert man, disqualifiziert zu werden. Schau dir die Streckenführung anGehe schon vorher ein paar Mal im Freiwasser (See) schwimmen. Keine Angst vorm Schwimmstart – als schlechter Schwimmer und/oder Anfänger stellst du dich lieber nach hinten und lässt die Masse vorschwimmen, um nicht überschwommen, zerschlagen etc. zu werden. Das klingt jetzt hart, aber leider ist es so. Im Massenstart ist vom fairen Sport leider nicht viel zu spüren. Bleib‘ hinten bis du dich an das Haifischgewässer gewöhnt hast.

Genieß den Wettkampf – setz dich nicht unter Druck

Genieße deinen ersten Triathlon und feiere dich dafür, dass du das durchgezogen hast!

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