Wie bist du zu Zero Waste gekommen?

Diese Frage ist wahrscheinlich in allen Variationen die mir meist gestellte. Jedes Mal fange ich wieder von vorne an, was auch total in Ordnung ist, dennoch ist es jetzt Zeit die Antwort schriftlich festzuhalten.

Der Grundstein in der Kindheit

Aufgewachsen auf einem Dorf war das Konzept der Nachhaltigkeit nicht allzu neu für mich. Von klein auf war ich daran gewöhnt, dass zu Hause selbst gebacken, gekocht und auch eingekocht wurde. Jutebeutel wurde immer mit zum Einkaufen genommen, Eier beim Nachbar geholt und Milch immer mal wieder vom nächsten Bauern. Hofläden haben das Leben einfacher gemacht, Gemüse und Obst gab es zum Teil aus dem eigenen Garten und wenn Markt war, ging es öfters auch dort einkaufen.

Schulabschluss und Ausland

Nach meinem Abi ging ich 2013 ein Jahr nach Neuseeland als AuPair. Ich erinnere mich häufig daran, wie viel Plastik wir dort verbraucht haben jeden Tag. Meine Hostfamilie bekam ihre Lebensmittel vom Supermarkt geliefert und alles war doppelt und dreifach eingepackt. Wie häufig ich da nicht nur innerlich drüber geschimpft habe! Gemacht habe ich leider wenig dagegen …
2014 ging es wieder zurück ins Elternhaus. Meine Teilzeitstelle im hiesigen EDEKA-Markt hat mich vor allem unendlich viel über Obst und Gemüse lehren lassen, natürlich aber auch über Lebensmittel allgemein. Das war die Zeit in der ich mich mehr und mehr mit Ernährung angefangen habe auseinanderzusetzen.

Großer Neuanfang in Hamburg

Im letzten Quartal 2014 bin ich dann aufgrund des dualen Studiums nach Hamburg in eine WG mit meinen drei Mitbewohnern gezogen. Vier Supermärkte auf der anderen Straßenseite – da kannst du dir bestimmt denken, wo ich eingekauft habe. Stoffbeutel habe ich so gut wie immer verwendet, Obst und Gemüse viel lose gekauft – der Rest? Da habe ich nicht so viel drüber nachgedacht. Das war auch die Zeit, in der Proteinpulver, -riegel etc. in meinem Leben waren.
Meine Mitbewohner hatten ihren Spaß damit, dass ich gerne alles Mögliche selbst gemacht habe: Nudeln, Kekse, Kuchen, … Die Küche war immer ein Chaos. Wie z.B. die selbstgemachten Nudeln. Und auch gab es die „typischen“ WG-Situationen: Tiefkühlpizzen jeden Tag. Die Ergebnisse: eine kleine Küche mit viel Müll, sowie ein kleines Zimmer mit Wandschrank und viel Zeugs.
Auf die logische Konsequenz, meinen Müll zu verringern, kam ich leider nicht. Zero Waste hatte ich noch nicht auf dem Schirm.

Kleiner Neuanfang in Hamburg und der Beginn einer Freundschaft mit Zero Waste

Anfang 2017 bin ich in meine erste eigene Wohnung gezogen. Das war das Jahr, in dem bei mir alles drunter und drüber lief. Und egal, wie viel schieflief: dass ich zu Zero Waste kam, ist eines der besten Dinge, die ich aus dem Jahr mitnehmen konnte!
Aufräumen ist so gar nicht mein Fall. Schön sahen die ganzen Verpackungen auch nicht aus. Das ständige Müll wegbringen hat mich unglaublich genervt. Genauso wie, dass er einfach überall liegt und kaum einer richtig trennt. Wahrscheinlich wurde mir das Thema „Müll“ auch immer Bewusster, da ich in der Kommunaltechnik mit Kehrmaschinen arbeite. Mein Abi im Bio-Profil und das folgende Studium Wirtschaftsingenieurwesen haben ihr übriges dazu getan. Auch wenn ich mich in Hamburg ziemlich wohl fühle, bin ich im Herzen doch ein Dorfkind und liebe die Natur.
Wie und wann ich auf den Begriff „Zero Waste“ gestoßen bin, kann ich dir schon gar nicht mehr sagen.
Was ich dir aber erzählen kann, ist, dass ich bereits vorher angefangen habe, mehr wieder auf Nachhaltigkeit zu achten. Zero Waste, also den Müll auf ein Minimum zu reduzieren, war für mich dann der nächste logische Schritt. Ich fing an Bücher zu lesen, Videos und Dokumentationen zu gucken. Von Haus aus ist mir der Spruch „Umweltschutz fängt beim Schuhe putzen an!“ geläufig und bekannt – jetzt wurde er mehr und mehr mein Mantra. Jutebeutel einzupacken wurde noch mehr drauf geachtet, ich nähte mir mit der Hilfe meiner Mutter Stoffbeutel zum Einkaufen im Unverpackt Laden, suchte mir den nächsten Wochenmarkt. Schnell entdeckte ich, dass aus Kastanien Waschmittel gemacht werden kann. Das wurde direkt ausprobiert! Nach und nach, Schritt für Schritt – jeder kleine Step zählt!

Über 1 Jahr Zero Waste

Heute, im November 2018, lebe ich seit fast 1.5 Jahren mehr und mehr nach den Zero Waste-Prinzipien. Umgestellt habe ich Schritt für Schritt und auch heute noch, habe ich einige Baustellen, in denen es noch nicht zu 99% klappt. 99% daher, weil ich glaube, dass 100% in allen Bereichen Wunschdenken ist. Deswegen wird Zero Waste auch häufig mit Less Waste verknüpft – beide am Ende ähnliche Ziele. Was ich dir nach einem Jahr Erfahrung berichten kann, erzähle ich dir in diesem Blogpost!

Wie bist mit dem Thema Zero Waste / Less Waste in Berührung gekommen?

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