Angelika und die Nachhaltigkeit | #7

Es ist immer wieder schön zu sehen, wie unterschiedliche Nachhaltigkeit umgesetzt und gelebt wird. Heute ist meine Interview-Partnerin Angelika, welche in Österreich gerade ihr Haus saniert.

Letzte Woche hat Katharina davon berichtet, wie sie immer mehr Selbstanbauerin wird und wie sie ihren Garten ihres kleines Hauses am Wendlandrand nutzt. Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich?

Erzähle doch kurz über dich – wer bist du und wo kommst du her?

Vorerst vielen Dank für die Möglichkeit des Interviews. Mein Name ist Angelika und ich saniere in Oberösterreich ein Haus Baujahr 1972. Diese Sanierung ist für mich der kleinste Kompromiss hinsichtlich natürlich bauen|sanieren|wohnen|leben. Gesund Leben ist für mich sehr wichtig und da sind wir ja schon mitten im Thema. Über die Möglichkeiten der Sanierung mit ökologischen Baustoffen und nachhaltiger Einrichtung schreibe ich auf meinem Blog angeliquelivingantik.

Um dich noch ein bisschen besser kennenzulernen: 3 Dinge über dich, die bisher kaum/keiner kennt …

Menschen mit offensichtlich vorgefertigten, nachgesprochenen Meinungen ohne Hintergrundwissen machen mich rasend.

Verpackungen oder Gebinde die sich dem Ende zuneigen schneide ich auf oder zerlege ich um an den letzten Rest Inhalt zu kommen.

Dinge die alle haben brauche ich nicht. Ich suche nach außergewöhnlichen und individuellen Lösungen.

Seit wann lebst du nachhaltig und was war der Auslöser dafür?

Grundsätzlich bin ich schon mit dem Thema groß geworden. So richtig für mich selber eingestiegen bin ich mit meinem ersten eigenen Haushalt. Da habe ich mir wöchentlich die Gemüsekiste mit frischem biologisch angebautem Gemüse bestellt. Und musste damit richtig kochen. Zum gleichen Zeitpunkt baute ich mir mein Bett aus Massivholz. Mir war es damals schon wichtig, dass Decken und Polster aus Wolle und Baumwolle sind. Das ist gut 20 Jahre her und das Bett inkl. Ausstattung ist immer noch mein Bett. Das ist für mich nachhaltig wohnen. 

Wie definierst du „Nachhaltigkeit“ für dich?

Oh, da habe ich schon bei der Frage vorher vorgegriffen. Für mich bedeutet nachhaltig Leben, mit der Natur leben. Es bedeutet auch Verantwortung über mein Handeln zu übernehmen. Nichts wird produziert wenn es niemand kauft. Entscheiden wir uns für die Natur ist es letztendlich auch eine Entscheidung für uns Menschen. So können wir mit Möbel aus Massivholz und geölter Oberfläche gesünder Wohnen und schonen die Umwelt. Gute qualitativ hochwertige Möbel aus Holz werden lange genutzt, weitergeben oder verkauft. Im Gegenteil gehen Möbel aus weniger gesunden Plattenmaterialen mit Kunststoffoberflächen schneller kaputt und landen sehr schnell auf dem Müll. In der Nutzungsphase belasten sie unsere Raumluft mit Schadstoffen. 

Was ist dein bisher interessantestes Learning auf deiner Reise?

Je mehr ich mich mit Nachhaltigkeit und Gesundheit beschäftige und je mehr Wissen ich mir darüber aneigne. Je schwieriger wird es einfach einmal etwas zu konsumieren. Ich kann eigentlich, wenn ich ehrlich bin, nicht einmal mehr einfach einen Cappuccino genießen ohne dabei an die Hintergründe der Kaffeeplantagen zu denken. Oder ein Hotelzimmer wird sofort analysiert. Wirklich selten treffe ich, auch bei sehr teurem Zimmerpreis, auf eine nachhaltige und gesunde Bauweise oder Einrichtung.

Hat dich die Nachhaltigkeit bereits persönlich weitergebracht? Wenn ja, inwiefern? 

Die nachhaltige und natürliche Lebensweise verfestigte sich im Lauf der Jahre. Ich gehe selbstverständlicher damit nach außen. Ich möchte mich für meine Ansicht der Dinge nicht mehr rechtfertigen. Es ist für mich Normalität. Auch Blogs, wie deiner, sind hier eine Unterstützung.

Bist du durch dein nachhaltigeres Leben aktiver im Alltag geworden?

Ich würde meinen, dass ich im Laufe der Jahre umgeschichtet habe. Anstatt einem Besuch im Shopping Center bin ich jetzt auf den Bergen und in der Natur unterwegs. Ich nützte die Zeit mehr für nachhaltige Aktivitäten, wie Brot backen oder Marmelade einkochen. Auch Sendungen im Fernsehen wähle ich bewusst aus und lasse mich nicht mehr stundenlang beschallen. Ich gehe raus in den Garten und beobachte. Das ist ja eigentlich wie fernsehen.

Was ist dein liebster Tipp, wenn du gefragt wirst, wie man einfach nachhaltig leben kann?

Auf einen Tipp zu reduzieren ist wirklich schwierig. Alles was deine eigenen Gesundheit beeinträchtig ist für die Natur meist auch nicht besonders wertvoll. Also würde ich im Wohnraum komplett auf Plastik verzichten. Wähle eine Wandfarbe ohne Kunststoffzusätze, wähle Möbel von guter Qualität aus Holz mit geölter oder gewachster Oberfläche. Das können auch Möbel vom Flohmarkt sein. In letzter Konsequenz würde ich dazu raten bestehende Wohnräume zu nutzen, die mit Holzfenster und Holzböden ausgestattet sind. Denn auch der Flächenverbrauch für unsere Neubauten ist enorm und keinesfalls nachhaltig. Nutze deine Freizeit für nachhaltige Aktivitäten. Ok es sind doch mehr geworden.

Zum Abschluss, eine Frage, die die Menschheit spaltet: Pizza mit oder ohne Ananas?

Spaltet das die Menschheit?! Es gibt für mich nur Pizza ohne Ananas. Und wünschen würde ich mir die Pizza aus biologischen Zutaten. Da bleibt mir hier am Land nur selber machen.

Vielen lieben Dank, Angelika für deine Antworten!

Du findest Angelika auf Instagram unter @angeliquelivingantik, auf ihrem Blog www.angeliquelivingantik.de, auf Facebook und auf Pinterest.

Hast du auch Lust, interviewt zu werden? Dann schreibe mir eine kurze Nachricht via dem Kontaktformular oder bei Instagram. 🌿

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