Rabea und die Nachhaltigkeit | #1

Die Thematik “Nachhaltigkeit” hat viele verschiedene Gesichter und viele Facetten. Es geht nicht darum, von Anfang an alles perfekt zu machen. In dieser Interview-Reihe möchte ich gerne andere Menschen zu Wort kommen lassen. Sie erzählen lassen, was das Thema Nachhaltigkeit für sie bedeutet und wie sie sich damit auseinandersetzen. Heute beginnen wir mit Rabea – sei gespannt, was sie zu berichten hat!

Erzähle doch kurz über dich – wer bist du und wo kommst du her?

Alles klar – los geht’s:

Ich bin Rabea, 24 Jahre alt und komme aus Kassel. Eigentlich bin ich mit Leib und Seele Leichtathletin, nach meinem Knöchelbruch in letztem Jahr halte ich mich gerade aber mit allem möglichen Sport über Wasser – eigentlich auch mal ganz schön. Ich verbringe sicherlich zu viel Zeit auf Instagram. Koche und esse seeeeehr gerne. Am liebsten bin ich die meiste Zeit draußen. Auf dem Weg zum nächsten Essbaren. Ansonsten mache ich natürlich auch was vernünftiges: Ich studiere Lehramt für Sport und Deutsch – bald ist es auch geschafft und ich darf mit offizieller Erlaubnis Kinder quälen.

Ich glaube damit hätten wir es erst mal – dann bin ich mal gespannt, was du noch so wissen magst.

Um dich noch ein bisschen besser kennenzulernen: 3 Dinge über dich, die bisher kaum/keiner kennt …

Immer diese Fragen, bei denen man selbst erst eine Weile nachdenken muss…

  • Ich esse ohne Probleme beim Essen gehen die Reste meiner Freunde auf. Nach meiner Portion wohlgemerkt.
  • Wenn Menschen denken, dass ich ungeschminkt bin, bin ich geschminkt. Wenn ich wirklich ungeschminkt bin, halten sie mich für krank. Danke für die hellen Augenbrauen und Wimpern, die wie nicht vorhanden aussehen… 😅But so what, im Sommer ist es ohne trotzdem schöner!

Was viele Menschen scheinbar nicht verstehen: Ich hasse Kaffee. Geht wirklich gar nicht. Nicht mal dran riechen mag ich. Stattdessen laufe ich mit jeglicher Sorte Tee, Kaffee als Treibstoff brauche ich nicht!

Seit wann lebst du nachhaltig und was war der Auslöser dafür?

Puuh. Gute Frage. Das Thema hat mich definitiv auf Instagram gefunden. Wo ich zu der Zeit auch fast dauerhaft zu finden war. Ich habe schon immer Fitnessbloggerin @louisadellert gefolgt und habe ihren Wandel zur Nachhaltigkeit miterlebt. Wer sich für dieses Thema interessiert, kennt sie sicherlich. Dadurch und durch dich, liebe @aennislife bin ich auf mehr und mehr Profile gestoßen, die sich dem Thema widmen. Der endgültige Auslöser, dass sich bei mir im Kopf etwas verändert hat, war dann die Surf-Exkursion mit der Uni nach Südfrankreich. Wir haben innerhalb des Uniprojekts unseren CO2-Ausstoß bis zum Urlaubsort errechnet, am Strand Müll gesammelt (viel zu viel) und generell über nachhaltige Alternativen nachgedacht. Dass ich schon extrem viel wusste, hat mir gerade gegenüber den anderen, denen das bisher nicht so bewusst war, gezeigt, wie wichtig das Thema ist und dass ich mich weiterhin damit beschäftigen möchte!

Wie definierst du „Nachhaltigkeit“ für dich?

Nachhaltigkeit fängt für mich im Kopf an. Man muss nicht vegan leben (mache ich nicht), man muss sein Auto nicht in die Ecke stellen (mache ich nicht), man muss nicht das Eis am Schwimmbadkiosk verschmähen (mache ich auch nicht), aber man muss anfangen, darüber nachzudenken! Ich weiß, dass zu viel Konsum vom Tierprodukten nicht nur den Tieren selbst, sondern auch unserer Umwelt schadet. Also habe ich angefangen, sie zu reduzieren. Mein Auto nehme ich nur, wenn es nicht anders geht. Das Eis am Kiosk… ja gut. Wenn es heiß ist, keine Chance, aber ein kleines schlechtes Gewissen ist da.

Mir ist wichtig, dass ich weiß, wie es anders, wie es richtig geht. Und ich mich immer wieder für die richtigen Alternativen entscheide! Das ist Nachhaltigkeit. Eine bewusste Entscheidung gegen alte Gewohnheiten. Und zwar jeden Tag wieder, manchmal auch jeden Tag andere. Irgendwann wird einiges Alltag.

Was ist dein bisher interessantestes Learning auf deiner Reise?

Ob man das als Learning bezeichnen kann, weiß ich nicht… Ich habe etwas Vertrauen verloren. In die ganzen Firmen, die auf unserem konsumreichen Markt existieren. Ich hinterfrage Dinge, bevor ich sie kaufe. Wer hat sie wie unter welchen Bedingungen produziert. Sachen, die ich früher bedenkenlos gekauft habe, würde ich heute nicht mehr anfassen. Ich habe also gelernt, Dinge nicht einfach so hinzunehmen. Vor allem nicht, dass jemand seine Produktion als nachhaltig und wertvoll bezeichnet. Der Marketingabteilung mag’s gefallen, den Konsumenten auch, aber unserer Umwelt häufig nicht. Sagen kann das jeder. Machen ist das Schwierige.

Hat dich die Nachhaltigkeit bereits persönlich weitergebracht? Wenn ja, inwiefern? Bist du durch dein nachhaltigeres Leben aktiver im Alltag geworden?

Wenn man vorher schon einen aktiven Alltag hatte, ändert das tatsächlich nicht ganz so viel. Aber ich habe zum Beispiel angefangen, bei Läufen oder Spaziergängen einfach mal den Müll aufzuheben, der neben mir liegt. So eine Kleinigkeit. Der Gedanke, wie es bei uns aussehen könnte, würde das jeder mal machen… der motiviert! Nehmt euch doch einfach mal ‘ne Mülltüte zum nächsten Spaziergang mit! Ihr werdet erstaunt sein, wie anders ihr eure Umgebung wahrnehmt und was eine Person schon bewirken kann! Vielleicht machen Freunde und Familie dann ja auch mit!

Was ist dein liebster Tipp, wenn du gefragt wirst, wie man einfach nachhaltig leben kann?

Der Klassiker bei vielen wäre jetzt zu sagen, kauf dir Obst- und Gemüsenetze, dann brauchst du die Plastiktüten im Supermarkt nicht mehr. Ja das stimmt schon. Ich habe auch welche. Aber du kannst auch plastikfrei einkaufen, ohne dir diese Netze zuzulegen.

Supermärkte hassen diesen Trick: Lege einfach dein Obst und Gemüse so in deinen Korb/Wagen. Es ist so simpel. Ich bin meistens zu faul meine Netze rauszuholen und nehme einfach alles so mit. Dann purzeln meine Tomaten über die Kasse und ich gucke den Kunden hinter mir finster an, weil er seine Bananen in einer Plastiktüte aufs Band gelegt hat. Der Klassiker.

Ansonsten bin ich ein absoluter Marktfan geworden! Meine Äpfel hole ich nur noch bei unserem Wochenmarkt, deutsche Äpfel, die das ganze Jahr über gelagert werden. Hier nutze ich übrigens tatsächlich mal meine Obstnetze! Ich liebe mittlerweile das gesellige Markttreiben und es gehört einfach fest zu meiner Woche dazu. Für diese neue Angewohnheit bin ich super dankbar!

Zum Abschluss, eine Frage, die die Menschheit spaltet: Pizza mit oder ohne Ananas?

Hat da jemand Pizza mit Ananas gesagt??

Wenn wir in der Pizzeria sitzen, die Karten gebracht werden und deine Freunde schon sagen, die braucht keine, sie hätte gerne eine Pizza Hawaii, ist das Thema denke ich geklärt.

Vielen Dank, Rabea für deine Antworten!

Du findest Rabea auf Instagram unter @rabeagoesfit oder auf ihrem Blog www.rabeagoesfit.de

Hast du auch Lust, interviewt zu werden? Dann schreibe mir eine kurze Nachricht via dem Kontaktformular oder bei Instagram. 🌿

Für dich auch interessant ...

4 comments

  1. In meiner Kindheit lebten wir alle nachhaltig und zum Glück habe ich mir viel davon bewahrt. Viele Jahre wurde ich dafür als „seltsam“ angesehen, heute streben viele Menschen diese Art zu leben an.
    Alles Liebe
    Annette

  2. Zu der Frage, die die Menschheit spaltet! OHNE Ananas :) Dafür lieber schön deftig! Und auch wir nutzen diese Obst- und Gemüsenetze! Es gibt schon genug Plastikwahnsinn auf der Welt!

    Liebe Grüße
    Jana

  3. Das ist ein sehr spannendes Interview und ich finde ihre Ansicht was Nachhaltigkeit ist sehr wichtig und richtig.
    Liest sich sehr schön und in einige. Punkten finde ich mich wieder.

  4. Hallo Rabea, ein interessantes Interview, das mich zum Nachdenken anregt, Danke für die Veröffentlichung! ich lebe nachhaltig, indem ich meinem Bedarf entsprechend lebe und all die vielen Dinge beachte, die es zu beachten gibt: von der Einkaufstasche, die ich nicht kaufe sondern mitnehme bis zum Fußweg für kurze Strecken und Bahn fahren statt Auto :-) Ich gehöre übrigens zur Fraktion Pizza ohne Ananas, dafür aber Veggie, mit viel Gemüse. Liebe Grüße Bettina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.