Wachstücher – deine lebenslanger Begleiter und was du wissen solltest

Sobald du anfängst über Zero Waste und Nachhaltigkeit zu reden, sind Wachstücher auf einmal überall. Doch, was sind das überhaupt? Was für Unterschiede gibt es und wofür kannst du sie anwenden? All dieses habe ich für dich zusammengefasst.Wachstücher bestehen kurz und knapp aus einem Stück Stoff und Wachs. In den Zeiten deiner und meiner Großeltern war die Verwendung dieser Wachstücher der Standard. Sie wurden vor allem dazu verwendet, um Lebensmittel abzudecken oder einzupacken. Dann kamen das Plastik und die Frischhaltefolie – diese klebrige Folie, die einmal genutzt werden kann und es keinen Spaß macht, diese wieder auseinander zu pulen. Alternativ wird auch gerne Alufolie verwendet.

Verschiedene Wachstücher habe ich seit über einem Jahr in Verwendung und möchte diese nicht mehr missen. Bereits in dem Post nach meinem ersten Jahr Zero Waste und bei dem über die Veränderungen in meiner Küche habe ich dir von ihnen erzählt.

Warum sind Wachstücher besser als Frischhalte- oder Alufolie?

Im Gegensatz zu den Wegwerfalternativen sind Wachstücher atmungsaktiv und halten deine Lebensmittel somit länger frisch. Die Bildung von Kondenswasser wird verhindert. Außerdem minimiert die antibakterielle Wirkung die Schimmelbildung.

Dennoch sind sie nicht für die Aufbewahrung von Fleisch und Eiern geeignet! Du kannst Wachstücher nicht auskochen, was bei Fleisch und Eiern aufgrund der Salmonellengefahr notwendig wäre.

Den wichtigsten Pluspunkt konntest du jedoch bereits im ersten Satz lesen: Wachstücher sind keine Wegwerfartikel bzw. Einmalprodukte!

Ich schreibe übrigens mit Absicht von „Wachstüchern“ und nicht „Bienenwachstüchern“. Hast du eine Idee warum?

Warum „Wachstücher“ und nicht „Bienenwachstücher“?

In der Zeit unserer Vorfahren wurde einfach Bienenwachs benutzt, ohne darüber groß zu diskutieren, ob dies nun vegan ist oder nicht. Heute hat jede und jeder andere Wünsche, deswegen gibt es heute auch vegane Wachstücher. Der Unterschied liegt darin, mit welcher Art von Wachs die Tücher hergestellt werden. Bei Bienenwachstüchern liegt es nahe, dass Bienenwachs benutzt wird. Für vegane Wachstücher wird pflanzliches Wachs verwendet.

Wenn du ein Wachstuch verwenden möchtest, wärmst du es zwischen deinen Händen kurz auf. Das Wachs wird geschmeidig und kann sich an die Form deiner Schüssel oder deiner Dose anpassen, wenn es wieder erkaltet.

Ein großer Unterschied zwischen den veganen und nicht-veganen Wachstüchern ist, dass die veganen Wachstücher nicht mit den Händen aufzuwärmen sind. Das bedeutet, diese müssen mit einem Band befestigt werden an deinem Behältnis.

Wachstuch ist nicht gleich Wachstuch

Vegan oder nicht-vegan soll nicht der einzige Unterscheidungspunkt zwischen verschiedenen Wachstüchern sein.

Ein weiterer ist, ob zu dem Wachs noch Harz hinzugemischt wurde. Damit ist Baumharz gemeint, welches die antibakterielle Wirkung der Wachstücher unterstützt. Für die Funktion ist Harz nicht notwendig.

Um die Anwendung von Wachstüchern zu vereinfachen, kann Öl dem Wachs bei der Herstellung untergemischt werden. Zum Beispiel Jojoba- oder Kokosöl. Das hinzugeben von Öl macht die Tücher geschmeidiger.

Auch ob Propolis zugemischt wird, ist dem Hersteller überlassen.

Propolis. Schon wieder etwas Neues.

Bienen haben in ihrem Stock eine Durchschnittstemperatur von 38 Grad. Diese Hitze ist ideal für die Entwicklung von Mikroorganismen, die das Volk von innen heraus zerstören könnten. Die Betonung liegt auf „könnten“, denn Bienen gehören zu den gesündesten Tieren auf der Welt! Auf ihnen werden die geringste Mengen an Mikroorganismen nachgewiesen.

Woran liegt das? Sie bilden in ihrem Stock „Propolis“. Bestandteile sind gesammelter Baumharz, körpereigene Substanzen der Bienen und im Bienenstock befindliches organisches Material. Diese Mischung wird dann durch ausgiebiges Kauen zu Propolis. Nutzen tun die Bienen es, um Einflugslöcher des Bienenstocks und offene Fugen abzudichten, aber auch um etwas wieder zu reparieren. Propolis hat eine antibiotische, antivirale und eine antimykotische Wirkung und sorgt somit dafür, dass schädliche Mikroorganismen gar nicht erst überleben.

Bei der Zugabe bei Wachstüchern sorgt es für eine natürliche Desinfektion – genau wie die Zugabe von Öl oder Harz, ist Propolis nicht notwendig.

Dein lebenslanger Begleiter, das Wachstuch

Wachstücher sind, wie bereits erwähnt, keine Wegwerfartikel. Du kannst sie im Grunde dein Leben lang benutzen. Ob ich das ernst meine? Ja! Hast du ein Wachstuch häufig genutzt, erkennst du viele Knickfalten. Leg es einfach auf ein Backblech mit Backpapier für 2min bei ungefähr 90°C und erhitze somit das Wachs ganz leicht. Es verflüssigt sich und verteilt sich wieder gleichmäßig. Sollte das nicht funktionieren, besorgst du dir Wachs und legst es auf die betroffenen Stellen – dann ab in den Ofen.

Nur wenn du merkst, dass du den Zeitpunkt der Ausbesserung deutlich überschritten hast, es unangenehme Gerüche annimmt oder Verfärbungen, solltest du es entsorgen. Dein Wachstuch darf dann seine letzte Reise auf den Kompost antreten.

Lauwarmes Wasser ist der beste Freund des Wachstuches

Um dein Tuch zu säubern benötigst du nur lauwarmes Wasser. Bei klebrigen Flecken vielleicht noch etwas Spülmittel. Dann gut trocknen lassen bevor du es vor der nächsten Nutzung verstaust. Heißes Wasser ist keine gute Idee, denn es würde das Wachs erwärmen. Dein Wachstuch verliert Wachs und du hast es überall – das möchtest du nicht, daher ist es zu verhindern.

Wachstücher kaufen oder selber machen?

Durch die Zero Waste-Bewegung bekommen Dinge, die für unsere Großeltern selbstverständlich waren, wieder unsere Aufmerksamkeit. Wie eben die Wachstücher. Jetzt ist nur noch die Frage, wo du den nachhaltigen Frischhaltefolie-Ersatz herbekommst. Es gibt sie überall. Tatsächlich wirst du sie inzwischen fast überall finden. Empfehlen würde ich dir mal bei Etsy reinzuschauen oder sie selber zu machen – wie zum Beispiel in diesem Beitrag. Jedoch wirst du bestimmt auch im nächsten Drogeriemarkt fündig oder sogar bei einem Imker um die Ecke.

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6 comments

  1. Wachstücher sind richtig praktisch. Frischhalte Folie und ich werden nie Freunde. Ewig hau ich die Dinger in halbe Bälle. Furchtbar. Aber selbst meine Oma hat nie aufgehört Wachstücher zu nutzen. Sie macht die auch immer noch selber :)

    Vielleicht bekommen jetzt wirklich ein paar Leute die Idee sich mal an Wachstüchern zu versuchen :)

    xoxo Vanessa

  2. Jetzt bin ich neugierig! Ich werde Montag direkt mal gucken, ob ich Wachstücher finde. Kann man die auch zum einfrieren nehmen? Alufolie nutze ich nur, wenn ich etwas warm halten will, meisten packe ich was geht in Dosen, die sind wieder verwertbar. Frischhaltefolie wird bei mir ziemlich alt, ich glaube, in 5 Jahren die ich hier wohne habe ich nur eine oder zwei Rollen gekauft…

  3. Wachstücher stehen auch schon seit längerem auf meiner Lister der “Dinge für mehr Nachhaltigkeit in meinem Leben”. Allerdings liegt hier im Haushalt noch so viel Frischhalte- und Alufolie rum … die wird erst noch verwendet, bevor ich mir dann Wachstücher besorge oder selbst welche herstelle.

    Aber dein Beitrag war super informativ, da habe ich auch noch viel neues gelernt!

  4. Ich finde die Idee so toll! Ich kannte die Tücher schon von irgendwo aus dem Internet, hatte sie aber wieder gedanklich aus den Augen verloren! Danke fürs dran erinnern! Wir haben auch so viele Stoffquadrate zu Hause, da könnten wir das glatt mal selbst machen :)

    Liebe Grüße
    Jana

  5. Eine coole Idee! Hab schon öfter von den Tüchern gehört, denn ich hasse Frischhaltefolie. Alufolie ist da eher mein Freund.
    Ich benutze beides aber sowieso sehr selten, aber da wäre die Tuchalternative natürlich schöner. Danke für den Tipp!

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