Von Zweifeln, Enttäuschen und dem eigenen Wohlbefinden

Nicht allen Menschen kannst du es recht machen. Die Frage ist: Wie gehst du damit um?

Inhalt

Ich habe das erste Mal nach knapp 2 Jahren Aqua-Fitness-Training gegeben. Aufgeregt, eine innere Anspannung, Zweifel – all diese Gefühle habe ich vorher gespürt. Den gesamten Tag über. Warum? Vor 3 Jahren habe ich die Aqua-Fitness-Ausbildung gemacht und danach nur wenige Male vertreten. 4 Wochen meinen ersten eigenen Kurs gehabt mit nur 4 Teilnehmer*innen (die Wochenanzahl hängt mit dem System vom Schwimmbad zusammen).

Dann zwei Jahre nichts. Schwimmbad zu, Kurse finden nicht statt. Ich konnte „nur“ digital Athletiktraining geben.

Vor drei Wochen kam die Information, dass ich mich wieder auf die Aqua-Kurse bewerben kann. Habe ich getan und offensichtlich welche bekommen. Fitness und Jogging. Das war der erste Moment, indem ich aufgeregt war. Indem ich Zweifel hatte. Noch nie habe ich Aqua Jogging gegeben!

Über die letzten Jahre habe ich gelernt, meine Zweifel direkt im Keim zu ersticken. Denn umso mehr ich zweifle, desto eher klappt es nicht. Ist dein Glas halb voll oder halb leer?

Wie ich meine Zweifel im Keim ersticke

Aktiv setze ich mich mit meinen Zweifeln auseinander. Dazu frage ich mich zuerst, warum ich zweifle. In diesem Fall, weil ich noch nie einen Aqua-Jogging-Kurs gegeben habe. Weil es zwei Jahre her ist, dass ich das letzte Mal vor Athlet*innen gestanden habe. Weil ich Respekt davor habe, die Teilnehmer*innen zu enttäuschen. Im Endeffekt ist die Situation zum Teil neu für mich. Dadurch kommen zweifel.

Danach überlege ich mir, ob die Zweifel begründet sind. Spoiler Alert: sind sie in 99% der Fälle nicht. Ich kann Training geben, ich weiß die Theorie, ich kann mich vorbereiten, ich fühle mich vor Gruppen wohl.

Last but not least: wie kann ich mit den Zweifeln umgehen? Für meine Situation konnte ich mich vorbereiten. Dazu ahbe ich nachgesehen, wie viele Teilnehmer*innen ich habe und dann das Training geplant. Ich bin das ganze angegangen, wie ich jede Trainingsplanung angehe – und so war ich wieder in meinem Fahrwasser, indem ich mich wohlfühle.

Zusammengefasst:

  • Warum zweifle ich?
  • Sind die Zweifel begründet?
  • Wie kann ich mit den Zweifeln umgehen?

Welcome to my Pep-Talk

Wenn ich in solche Situationen komme, frage ich mich diese Fragen seltenst wirklich aktiv. Ich habe mir antrainiert, diese Zweifel gar nicht erst richtig aufkommen zulassen und gebe mir dann immer direkt einen Pep-Talk, der sich in meinem Kopf in etwa so anhört:

Es ist immer ein total wirrer Mix aus Ich- und Du-Ansprache. Diese Art von Pep-Talk hilft mir ungemein. Damit ich habe ich bisher alles geschafft – oder zumindest probiert.

Es ist immer ein total wirrer Mix aus Ich- und Du-Ansprache. Diese Art von Pep-Talk hilft mir ungemein. Damit ich habe ich bisher alles geschafft – oder zumindest probiert.

Wie schaffe ich es, es allen Menschen recht zu machen?

Spoiler Alert: Das kann keine*r. Meine Gruppe besteht aus 9 Teilnehmer*innen. Ich habe zwischendurch gefragt, ob es allen gut geht, ob es Spaß macht und ob es ihnen zu leicht/schwer ist. Mir ist aufgefallen, dass es eine Frau gab, die nie gelacht hat. Ein „resting bitch face“ wird es umgangssprachlich wohl genannt.

I tried. Das meine ich auch so. Ich habe versucht, sie direkt anzusprechen, zwischendurch, am Ende – wie fandest du es? Wie geht es dir? Keine Reaktion. 

Es gab eine Zeit, in der ich das persönlich genommen habe. Ich würde wetten, dass du das kennst. Vielleicht nimmst du so etwas auch noch persönlich. Wenn ich meine vorherigen Zweifel nicht im Griff gehabt hätte, hätte ich diesen Umgang garantiert persönlich genommen.

Doch, kennst du das nicht auch? Du bist den Tag unterwegs, irgendetwas passiert und du willst einfach nur deinen Sport machen? Nicht angesprochen werden?

Ich mag es nicht, Menschen zu enttäuschen. Da bin ich ganz ehrlich mit dir. Was ich aber deswegen machen kann, ist auf die Menschen zu gehen. Sie aktiv um Feedback, nach Wünschen zu dem Kurs, zu mir zu fragen.

I did that. Sie hat mich ignoriert. Der Rest hat positives Feeback gegeben – was mir auf jeden Fall eine Menge Auftrieb gegeben hat.

Du bist nicht für das Leben anderer verantwortlich

Ich weiß es nicht, was mit der Person los ist. Vielleicht hat sie einen schlechten Tag. Vielleicht läuft ihr Leben gerade nicht rund. Vielleicht mochte sie die Übungen nicht. Vielleicht kam sie mit mir nicht klar. – Mir bringt es nichts, mir darüber den Kopf zu zerbrechen. Jetzt ist sie am Zug.

Deswegen rate ich dir zum Schluss: nimm dir das Verhalten von anderen Personen nicht zu sehr zu Herzen. Du weißt nicht, was bei denen gerade los ist. Lass los und/oder gehe aktiv auf die Person zu. Ersteres, vor allem bei Personen die du nur einmal oder selten siehst. Zweites, wenn du die Person öfters siehst/zusammenarbeitest oder es ein Familienmitglied ist.

Kümmere dich um dein eigenes Wohlbefinden. Jede*r ist des eigenen Glückes schmied.

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