Wie bist du zu Zero Waste gekommen? | Meine Zero-Waste-Geschichte

Diese Frage ist wahrscheinlich die, die mir am meisten gestellt wird. Damit ich nicht jedes Mal von vorne anfangen muss, habe ich hier endlich meine persönliche Zero-Waste-Geschichte zusammengeschrieben. Ich wünsche mir, dass sie dich inspiriert und dir Mut gibt. Das sie dir zeigt, dass jeder Schritt wichtig ist und dass du nicht alles perfekt machen musst, um sagen zu können, dass du einen nachhaltigeren Alltag hast.

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So richtig nachhaltig leben tue ich seit 2017. Das war das Jahr des ersten großen Umbruches in meinem Leben, das Jahr in dem viel passiert ist. Aber fangen wir ganz am Anfang an: meiner Kindheit.

„Umweltschutz fängt beim Schuhe putzen an!“

Nachhaltigkeit in meiner Kindheit

Wie ist auf meiner Über Mich-Seite steht, hat das mein Vater immer schon gesagt. Früher war mir nicht ganz klar, was er da von meinem Bruder und mir wollte. Genauso wenig, wie ich verstand, warum ich im Garten beim Gemüse anpflanzen helfen sollte oder warum hinterfragt wurde, wie viel Paar Schuhe ich habe.

Wer mich heute kennt, der kann sich kaum vorstellen, wie viele Schuhe und Klamotten ich in meiner Teenie-Zeit hatte – Fast Fashion natürlich. Etwas anderes konnte ich mir gar nicht leisten. Rückblickend bin ich mir sehr sicher, dass ich damit kompensieren wollte, dass ich vor allem Second-Hand-Kleidung von meinen Eltern bekommen habe. Von klein auf war meine Mutter auf Flohmärkten unterwegs und hat dort für uns Kleidung gekauft. Im Nachhinein absolut verständlich, denn Kinder wachsen schnell und die Kleidung geht noch schneller kaputt. Außerdem kann mit Second Hand richtig gut Geld gespart werden. Dennoch heißt es aber auch, dass ich als Jugendliche nicht die neuste Mode getragen habe und dazu auch Kommentare in der Schule bekommen habe.

Was in meinem Elternhaus auch normal war und ist, dass viel selbst gebacken, gekocht und eingekocht wurde und wird. Tja, aber auch hier habe ich nicht viel Interesse gezeigt, da bin ich ganz ehrlich. Die Zutaten stammten aus dem Garten, vom Markt, Eier wurden beim Nachbarn geholt und Milch immer mal wieder beim nächsten Bauern. Klassisches Dorfleben halt.

Das hört sich an, als wenn wir nie im Supermarkt waren. Waren wir aber – unser Garten konnte uns vier nie komplett versorgen. Dass zum Supermarkt unsere Jutebeutel mitgenommen worden sind, war normal. Genauso wie, dass die kleinen Hemdchenbeutel in der Obst- und Gemüseabteilung selten benutzt worden sind. Übrigens fällt es mir daher bis heute schwer, zu verstehen, dass Stoffbeutel für viele Menschen keine Normalität sind.

Alles in allem war meine Kindheit von Nachhaltigkeit geprägt. Ohne, dass das Wort „Nachhaltigkeit“ oder gar „Zero Waste“ ständig fiel. Es war einfach so.

Raus aus dem Elternhaus …

… und hinein in die große, weite Welt!

Kaum war das Abi geschrieben, zog es mich nach Neuseeland. 2013 ging es für ein Jahr als Au-pair in die Nähe von Wellington. In dem Jahr habe ich mir wenig Gedanken über alles gemacht. Ich wollte nur eines: viel erleben. Und yes – das habe ich gemacht!

Ich erinnere mich jedoch auch an die Situationen, in dem ich nur den Kopf geschüttelt habe. Wenn ich an der Kasse stand und ich nie die Möglichkeit bekam, meinen selbstmitgebrachten Stoffbeutel zu benutzen. Denn während ich bezahlte, haben schon drei Mitarbeiter*innen meinen gesamten Einkauf in kleine Plastikbeutel gesteckt.

Meine Hostfamilie bekam regelmäßig unseren Wocheneinkauf geliefert. Obwohl alles in Klappkisten geliefert wurde, war selbst der 2l-Milch-Kanister nochmals in 2 Plastiktüten eingepackt. Dazu waren alle Beutel so fest zugeknotet, dass sie nur zerrissen werden konnten. Wiederverwenden? Fehlanzeige.

Rückblickend kann ich sagen, ich habe mich in dem Jahr so umweltzerstörend wie noch nie in meinem Leben verhalten. Diesen Aspekt ausgenommen, war es aber auch ein Jahr, in dem ich super viel über mich selbst gelernt habe. Ich habe mit Fitness gestartet und am Ende des Jahres angefangen darüber nachzudenken, was ich eigentlich esse.

Zurück aufs Dorf …

Ein Jahr später, Juni 2014, kam ich zurück nach Deutschland. Erst einmal wieder ins Elternhaus, denn wo und was ich am Ende des Sommers studiere, wusste ich noch nicht. Ich fand eine Teilzeitstelle im hiesigen Supermarkt. Dort habe ich unendlich viel über Obst und Gemüse gelernt und über Lebensmittel allgemein. Mango, Reineclauden und einiges mehr probiert, von deren Existenz ich vorher nicht einmal etwas ahnte. Ich setzte mich noch mehr mit meiner Ernährung auseinander.

… und rein in die Großstadt!

Es ging für das duale Studium nicht so weit weg – „nur“ nach Hamburg. Ich lebte in einer Vierer-WG mit drei Supermärkten auf der anderen Straßenseite. Auch wenn ich inzwischen auf meine Ernährung geachtet habe, habe ich nicht darauf geachtet, wie ich eingekauft habe. Jutebeutel waren trotzdem immer dabei.

Ich bin relativ tief in die Fitnessszene gerutscht. Dementsprechend ist es auch kein Wunder, dass Proteinpulver, Proteinriegel und Fleisch mein Leben beherrschten. Es war für mich eine Ablenkung zum dualen Studium. Zur selben Zeit habe ich auch regelmäßig bei Fast-Fashion-Stores bestellt. Umweltbewusstsein? Fehlanzeige.

Was zeitgleich auch passierte, war, dass ich anfing mich mit Instagram und Bloggen auseinanderzusetzen. Tja, die ersten Jahre meiner Blogger-Zeit war ich Fitness-Bloggerin. Verrückt, wenn ich jetzt so darüber nachdenke.

Während ich früher, also in meinem Elternhaus, die Küche nur zum Essen oder Abwaschen gesehen habe, fing ich jetzt an, mich mit dem Kochen und dem Backen auseinanderzusetzen. Dafür gab es verschiedene Gründe:

  1. Ich konnte mein Essen so besser tracken.
  2. Ich mochte das Kantinenessen auf der Arbeit nicht.
  3. Ich wollte Geld sparen und das geht durch Meal Prep ziemlich einfach.

In dieser Zeit habe ich über Pasta, Kekse, Kuchen, … alles selbst gemacht. Die Küche war ein Chaos. Meine Mitbewohner*innen hatten auch stressige Ausbildungen bzw. Jobs, daher gab es dazu auch die „typischen“ WG-Situation: Tiefkühlpizzen und Fertigessen ohne Ende.

Das Ergebnis: eine kleine Küche mit viel zu viel Müll, sowie ein Zimmer inkl. 4m langen und deckenhohen Wandschrank voller Zeugs.

Auf die logische Konsequenz, meinen eigenen Müll zu verringern, kam ich leider nicht. Stattdessen kaufte ich mir noch ein 4×4-Kallax-Regal, als mein Wandschrank voll war, unter das Bett nichts mehr passte und mein Schreibtisch voll war.

Mir geht ein Licht auf

Anfang 2017 mussten wir aus der WG raus. Unser Vermieter wollte umbauen und hat uns deswegen neue Wohnungen zur Verfügung gestellt. Es ging weit weg in meine erste eigene Wohnung: eine Hausnummer weiter.

Beim Umzug hat es „Klick“ gemacht. Es hat Ewigkeiten gedauert, meine Sachen auszuräumen. Aber erst, nachdem wir alles aus dem zweiten Stock nach unten getragen, auf einen Anhänger geladen haben, den wir dann zum Nachbarhaus geschoben haben und ich aus dem vierten Stock darauf guckte, fiel mir auf, wie viel Kram ich habe. Ich bereue es sehr, da kein Bild von zu haben, denn das war der Moment, in dem es „Klick“ gemacht hat.

Wir brachten alles (ohne Fahrstuhl) nach oben und stellten es in eines meiner zwei Zimmer. Beim Ausräumen habe ich dann angefangen, auszumisten. Die verschiedenen Second-Hand-Plattformen wurden meine besten Freunde.

Ich fing an, mich mit dem Plastik in meiner Wohnung zu beschäftigen. Und ich stolperte irgendwann über den Begriff „Zero Waste“. Jetzt ging meine Reise zu mehr Nachhaltigkeit im Leben richtig los.

Ich fing an Bücher zu lesen, Dokumentationen und Videos zu schauen, bildete mich in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz weiter. Ich fing an, meine Entscheidungen und meinen Konsum zu hinterfragen.

Ich nähte mithilfe meiner Mama Stoffbeutel für meinen ersten Einkauf im Unverpackt Laden. Ich schmiss meinen Mülleimer raus, denn wer Zero Waste lebt, braucht den ja nicht, oder? Spoiler: knapp 3 Jahre später habe ich mir einen Neuen gekauft, denn auch wenn du versuchst, Zero Waste zu leben, fällt Müll an. Ich suchte mir auch den nächsten Wochenmarkt (der nur 3km entfernt ist und alles hat, was das Herz begehrt). Wieso war ich da nicht vorher schon?

Und ich verstand langsam, was mein Papa mit seinem Spruch „Umweltschutz fängt beim Schuhe putzen an!“ mir sagen wollte.

2017 lief bei mir einiges schief. Dass ich zu einem nachhaltigen Lifestyle bzw. Zero-Waste-Lifestyle kam, das ist eines der besten Dinge, die ich aus 2017 mitgenommen habe.

Update 2018

Knapp 1,5 Jahre lebe ich jetzt schon nach dem Zero-Waste-Prinzip. Nachdem ich anfangs alles von jetzt auf gleich verändern wollte, gehe ich es jetzt langsamer an. Schritt für Schritt habe ich Sachen umgestellt und habe auch jetzt noch einige offene Baustellen, in denen es noch nicht zu 99% klappt. 99% daher, weil ich inzwischen glaube, dass 100% ein Wunschdenken ist. Zero Waste wird auch oft mit Less Waste verknüpft – am Ende hat beides ähnliche Ziele. Was ich dir nach einem Jahr Erfahrung berichten kann, erzähle ich dir in diesem Beitrag: Über 365 Tage Zero Waste – Meine Erfahrungen

Wie bist du mit dem Thema Zero Waste / Less Waste in Berührung gekommen?

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