Why To Wear Red Socks On Friday

An einem Freitagabend bin ich das erste Mal mit einer Laufgruppe in Hamburg mitgelaufen. Der sogenannte „Red Socks Friday Run“ startet beim Lululemon Store in der Hamburger Innenstadt. Rund 1-1,5h läuft die Crew durch Hamburg in roten Socken – jedes Mal eine andere Distanz. Die roten Socken sind ein Zeichen für Freundschaft und das Geld von den roten Socken wird gespendet.

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Die Geschichte der Roten Socken

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Der Grund geht etwas länger zurück. 2007 hat John McInroy, der aus Südafrika stammt, und welcher der Gründer vom Unogwaja Lights Found ist, in Großbritannien gearbeitet. Als er zu einem guten Freund „Tschüss!“ sagen musste, kamen die roten Socken (auch ShoOops! genannt) in sein Leben. Die Freunde suchten nach einem Zeichen für Freundschaft, durch dass sie für immer verbunden sind.

McInroy’s Freund erzählte ihm die Geschichte von Sir Sydney Feinsen, einem Kriegsveteran, welcher jeden Tag rote Socken trug. Er trug sie als bestimmtes Zeichen. Zwei seiner Freunde und er überlebten die Belagerung von Tobruk und kamen danach in ein Konzentrationslager. Sie entschieden, wenn einer von ihnen leben wieder herauskommt, wird derjenige rote Socken bis zu seinem Lebensende tragen. Die rotem Socken sind somit ein Zeichen von Freundschaft, Mut und Hoffnung.

McInroy und sein Freund machten einen Pakt, jeden Freitag rote Socken zu tragen – denn Freitag ist der beste Tag der Woche etwas mutiges, etwas verrücktes zu tun, einander zu erinnern und das Leben zu feiern.

Bis heute trägt McInroy seine „red Socks“ jeden Freitag – egal, was er an diesem Tag tut. Er sagt, dass wenn du die trägst, dass sie einem positives Vibes geben.

Mit der Zeit fragten mehr und mehr Leute ihn über die Socken aus. Eines Nachts hatte er dann einen Traum: Er träumte davon, dass alle Menschen auf der Welt die roten Socken als Symbol tragen, dafür, dass sie ihrem Herzen folgen, dass sie sich gegenseitig inspirieren und dass sie sich ihre Träume erfüllen. Über 70 Länder auf sieben Kontinenten tragen heute schon die Red Socks.

Wohin geht das gesammelte Geld?

Eine Gruppe von Läufern ist von hinten zu sehen. Sie laufen durch einen beleuchteten Tunnel und tragen rote Socken (Red Socks).

Für jedes Paar von knielangen roten Socken, möchten sie, dass man 10€ spendet. Im ersten Moment erscheint dies als ganz schön viel Geld – bis zu dem Moment, in dem man sich darüber Gedanken macht, wohin das Geld geht. Das gesamte gesammelte Geld wird an den Unogwaja Light Funds gespendet. Diese nutzen das Geld für Community-gestützte Projekte. Sie achten besonders darauf, dass sie schulische Ausbildungen ermöglichen und helfen Menschen, dass sie nach sich selber in Eigenverantwortung sorgen können. Unter anderem haben sie auch ein Dorf, in dem vor allem Waisen wohnen, die in den meisten Fällen auch noch HIV-Positiv sind. Stärke und Selbstvertrauen sind die Herzen vom Unogwaja Light Funds. Alle Projekte, die unterstützt werden, sind in Südafrika angesiedelt.

Mein POV – wie sehe ich die Red Socks?

Nachdem ich das erste Mal von Laufgruppen (Running Crew’s) in Hamburg gehört habe, wollte ich die schon immer ausprobieren. Dadurch, dass die meisten schneller und länger als ich laufe, habe ich nach einer gesucht, die für mich passend war. Aber ich dachte, dass ich besser werden muss für viele dieser Gruppen. Ich hörte von meinem ersten „Red Socks Friday Run“ das erste Mal drei Tage vor der Veranstaltung. Als ich sah, dass die Strecke relativ kurz und mit Zwischenstopps ist, habe ich mich kurzfristig entschieden, mitzulaufen.

Wir waren schneller, als ich erwartete und zwar knapp eine Minute schneller in der durchschnittlichen Pace als ich normal laufe. Ich dachte vorher nicht, dass ich das Tempo laufen könnte und war nach dem Lauf unendlich stolz auf mich. Denn ich konnte neben dem Laufen mich auch noch mit anderen Läufern ohne Probleme unterhalten – egal ob Deutsch oder Englisch.

Während des ganzen Laufs floss positive Energie durch alle. Alle haben sich gegenseitig unterstützt, waren stolze aufeinander und beeindruckt von dem Wissen über Hamburg von jedem.

Ein wichtiger Punkt für die Red Socks ist, seinem Herzen zu folgen. Und genau das taten wir, indem wir durch unsere Heimatstadt laufen und stoppten bei verschiedenen Punkten, um dort mehr über die Geschichte Hamburgs zu erfahren. Am Ende eine andere Art des Sight-Seeings.

Alles in allem zeigte mir der Lauf, dass ich mehr kann, als ich geglaubt habe. Ich kann schneller laufen als ich dachte. Und mich nebenbei noch unterhalten. Von der ganzen Gruppe wurden alle innerlich stärker und das Selbstvertrauen wurde gestärkt und verbessert – zwei der Hauptaspekte vom Unogwaja Light Fund. Wir haben nicht nur durch die roten Socken uns verbunden gefühlt, sondern auch durch unseren Verstand.

Ich werde beim nächsten Lauf wieder dabei sein. Genauso wie beim übernächsten. Und übernächsten. Und übernächsten. Immer. Und Du?

Alle Bilder sind von Cecilia, Kerstin und Elke, die den „Red Socks Friday Run“ in Hamburg ins Leben gerufen haben.

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