Warum ein Bambusbecher nicht der richtige To-Go-Becher für dich ist

Die kalte Jahreszeit verleitet geradewegs dazu. Du bist unterwegs und du hast Lust auf einen Tee oder Kaffee. Zeit, um dich in ein Café zu setzen hast du nicht. Was machst du?

  • Kaufst du dir einen im Papp- oder Plastik-To-Go-Becher?
  • Hast du deinen eigenen To-Go-Becher dabei?
  • Oder lässt du es dann einfach ganz?

Ich entscheide mich für einen To-Go-Becher. Meinen eigenen. 

Doch, welcher ist der richtige?

Seit Jahren bin ich im Besitz von To-Go-Bechern. Nicht, weil mir die Becher beim Café auf den Keks gegangen sind, sondern ich meistens meinen Tee von zu Hause aus mitnehme. Unterwegs, „mal eben“ einen Tee beim nächstgelegenen Bäcker zu holen, bin ich nicht. Dazu ist mir mein Geld zu schade, das ist jedoch ein anderes Themengebiet.

Wie viele Thermobecher ich in den letzten Jahren besaß? Unzählige. Leider waren die meisten innerhalb kürzester Zeit undicht. Egal ob Themobecher oder -kanne – das richtige Produkt fand ich nie.

Zu Beginn meines Studiums gab es an unserer kleinen Uni noch Papp-To-Go-Becher. Tollerweise hat unsere Uni auf Studentenwunsch hin auf Pfand-To-Go-Becher aus Keramik umgestellt. Das Design wurde per Wettbewerb entschieden – mega Idee, die ich auch jetzt noch immer sehr feiere! Den Becher nutzte ich, bis ich nicht mehr auf der Uni war. Ich gab ihn zurück und machte mich auf die Suche nach meinen nächsten.

Welcher es jetzt wohl werden würde?

Der wurde ein Bambusbecher. Besser als Plastik war mein damaliger Gedanke und auch Wissensstand. Der Tag der Tage kam und er wurde mir aus der Hand „geschlagen“ beim Vorbeigehen. Wieder ein Becher kaputt. Im Nachhinein jedoch zu einem passenden Zeitpunkt – noch keinen neuen besitzend, stieß ich auf die Artikel, dass Bambusbecher alles andere als gut sind. Anscheinend war es genau der Zeitpunkt, wo die ganze Sache publik wurde… Ein Wink des Schicksals?

Wieso sind Bambusbecher nicht gut?

„Aus Bambusfasern“, „gut für die Umwelt“, „schnell wachsender Rohstoff“

Diese Bezeichnungen hast du bestimmt auch schon das ein oder andere Mal gelesen, oder? So viel falsch wäre das bei Bambusbechern auch nicht, wenn diese dann auch aus Bambusfasern bestehen würden.

Bambusbecher bestehen leider nicht aus ganzen Bambusfasern, sondern aus einem Pulver aus Bambusfasern. Das alleine hält den To-Go-Becher natürlich nicht zusammen und benötigt dementsprechend ein Klebstoff. 

Häufig wird Melaminharz (Formaldehyd und Melamin) verwendet. Per se ist dies nicht schädlich, da es auch viel in Kindergeschirr verwendet wird. Jedoch gibt es einen kleinen, aber feinen Unterschied: bei Kindern sind die Temperaturen des Essens meist unter 70°C erwärmt. Bei diesen niedrigen Temperaturen gehen sehr sehr wenig Schadstoffe in die Lebensmittel über – es sind nicht erwähnenswerte Mengen.

Je heißer die Lebensmittel jedoch werden, die mit dem Melaminharz in Berührung kommen, desto mehr Schadstoffe werden abgegeben. Stiftung Warentest hat bei ihrem Test herausgefunden, dass sich die Schadstoffe nicht verflüchtigen. Stattdessen trennt sich das Melaminharz in seine Ursprungsbestandteile Formaldehyd und Melamin wieder auf. Bei der Testung wurde ausserdem festgestellt, dass es auch Becher gibt, bei denen die Werte der Schadstoffe beim siebten Test sogar noch höher lagen, als beim dritten!

Ich wage es ja zu bezweifeln, dass es Menschen gibt, die immer vor dem Einfüllen extra warten wollen, bis sie der Tee oder Kaffee unter 70°C warm ist. Das schmeckt doch überhaupt nicht mehr, oder?!

Sind diese Schadstoffe denn nun wirklich so gefährlich?!

Sie stehen zumindest unter Verdacht. Ganz unbedenklich ist es also nicht. Für Erkrankungen im Blasen- und Nierensystem ist Melamin wahrscheinlich Verursacher. Für Reizungen der Haut, Atemwege oder Augen kann Formaldehyd der Übeltäter sein. Dazu kann das Einatmen von Formaldehyd Krebs im Nase-Rachen-Raum verursachen.

Fakt: In die Mikrowelle sollte der Bambusbecher übrigens erst recht nicht. Hohe Temperaturen zersetzen das Material und zerstört die Oberfläche. Ende vom Lied: es gelangen noch mehr Schadstoffe in dein Getränk.

Und? Möchtest du deinen heißgeliebten Bambusbecher nun noch behalten? Nein? Dann beachte folgendes bei der Entsorgung:

„Ich bin total biologisch – auf den Kompost darf ich aber nicht!“, sagte der Bambusbecher. 

Ja, du hast richtig gelesen. So schön sich die Werbeversprechen auch anhören, sehr viele dieser führen dich in die Irre. Die Marketingmenschen haben schon recht, wenn sie schreiben, dass Bambus ein natürlicher Rohstoff ist und auf den Kompost oder in die Biotonne darf. In Verbindung des Pulvers mit dem Melaminharz kannst du diese Aussagen einfach knicken. Dein ehemals geliebter Bambusbecher verrottet einfach nicht. Ob der hauseigene Kompost oder die industrielle Kompostieranlage – forget it. Beende sein Leben in der Restmülltonne.

Und jetzt? Wie kann ich meinen lebensnotwendigen Tee mitnehmen?

Über diese Frage habe ich etwas länger gegrübelt. Bis ich auf den Trichter kam, dass ich einfach eines meiner Mason Jars nehmen könnte. Aus einem Glas kann man trinken, es hat einen Deckel zum Mitnehmen – was möchte man mehr?!

Es war nicht die ideale Lösung, hat eine Zeit lang dennoch sehr gut funktioniert. Eines Tages stieß ich auf ein Bild von, ich glaube, @alternulltivhamburg, welche ähnliches gemacht haben. Die beiden hatten allerdings einen Trinkaufsatz der nach To-Go-Becher aussah auf ihrem Mason Jar. Die Suchmaschine angeschmissen, habe ich meinen heutigen aus Edelstahl von EcoJarz gefunden. Dieser ist auch verschließbar.

Seit knapp einem Jahr ist dieser Deckeleinsatz nun in meinem Besitz. Was kann ich sagen? Es waren wohl die mit besten investierten 13 Euros in 2019. Neben Bienenwachs für meine DIY Wachstücher.

Wie gehst du mit der Situation um? Hast du DEN perfekten To-Go-Becher für dich bereits gefunden?

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1 comment

  1. Vielen Dank für diesen Blogbeitrag. Da ich absoluter Coffeinjunkie bin, und immer wieder nach dem richtigen Kaffee-to-go-Becher suche, hat mir dieser Artikel die Entscheidung einen Bambusbecher zu kaufen (oder eben nicht), echt leicht gemacht. Ganz vielen Dank.

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